Baywatch: Vom Alltagshelden zum selbstironischen Actionstar

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, fallen mir immer drei Dinge ein: Mini Playback Show, Center Shock und Baywatch. Jedes von ihnen hat einen sauren Beigeschmack, den ich nie missen möchte. Schließlich haben sie mein Leben geprägt. Besonders Baywatch.

Als ich gehört habe, dass die Serie als Neuverfilmung diesen Sommer in die Kinos kommt, war ich anscheinend die einzige, die völlig ausgeflippt ist. Vor Freude versteht sich. Schließlich war die Serie mit Pamela Anderson, David Hasselhoff und Co. in den 90ern mein Lebensinhalt. Wenn wir – meine Schwester, meine Cousine und ich – nicht gerade vor dem Fernseher saßen und dabei zusahen, wie unsere Helden das Leben anderer retten, haben wir das Ganze nachgespielt. Und es spielte keine Rolle, ob wir uns im Schwimmbad, am Strand oder Zuhause aufhielten – Baywatch war, wo wir waren. Vor allem an der polnischen Ostsee, wo wir jeden Sommer sechs Wochen verbrachten, waren wir in unserem Element. Die Rettungsschwimmer, die oftmals die Söhne der Freunde meines Vaters waren, liehen uns ihre Rettungsbojen. Wie kann man denn auch drei kleinen Mädchen in roten Badeanzügen den Spaß verderben?

Als ich dann noch erfuhr, dass Zack Efron, mein Schwarm aus Teenie-Zeiten, und Dwayne „The Rock“ Johnson, das Inbild eines Mannes, die Hauptrollen übernehmen, war ich nicht mehr aufzuhalten. Wochenlang habe ich meine Freunde mit meiner Vorfreude penetriert. Ich konnte es nicht abwarten. Und doch hatte ich Angst, enttäuscht zu werden. Schließlich prallen in diesem Film all die Dinge aufeinander, die ich liebe. Und Efron hat sich seit „Highschool Musical“ zu einem durchtrainierten Mann entwickelt, in den ich nach wie vor etwas verliebt bin.

Am Tag des Filmstarts stand ich also da: Im Kino in den Neuköllner Arkaden, mit einer großen Tüte Popcorn und erhöhtem Herzschlag. Und was mir da geboten wurde, war alles andere als eine Enttäuschung. Schon in den ersten Sekunden musste ich lachen. Und das Entertainment ließ nicht nach. Die Figur Matt Brody wurde mit dem Teenie-Image von Zac Efron immer wieder von dem großen, starken Rettungsschwimmer Mitch aufgezogen. Doch auch dieser bekam seinen Senf ab. Diesen Sarkasmus muss man erstmal verstehen. Ebenso wie den total überspitzen Action-Höhepunkt des Filmes. Natürlich durfte der kurze Gastauftritt der Baywatch-Ikonen Pamela Anderson und David Hasselhoff nicht fehlen. Auch die Hymne wurde kurz angestimmt und jagte mir sofort Tränen in die Augen.

Als der Vorhang schloss, war ich voller Glücksgefühle. Ich habe zwei Stunden lang gelacht, durchtrainierte Körper gesehen und eine neue Version meiner Kindheitshelden kennengelernt. Ich kann es jetzt schon nicht mehr abwarten, wieder an die polnische Ostsee zu fahren.

Karolina

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