Bondage Dreams come true

Berlin ist einerseits anonym, aber auch so offen wie kaum eine andere Stadt. Dieses Potential hat die kanadische Designerin Jen Gilpin erkannt. Ihre Designs? Eine Mischung aus Eleganz und Fetisch.

 

In Berlin kann jeder sein, wie er es will. Niemand dreht sich auf der Straße um und schüttelt verstört den Kopf, weil man Netzstrumphosen mit rotem Lackrock zu einem durchsichtigen Oberteil kombiniert. Freizügigkeit? Vulgarität? Wörter, die ein fester Bestandteil des Wortschatzes vieler Berliner sind, bei denen es zum guten Ton gehört, seine Nippel am Wochenende im Club zu präsentieren. Diese Offenheit und die Ästhetik überwältigten die Kanadierin Jen Gilpin. Grund genug für sie, die Designs ihres Labels „Don’t shoot the messengers“, kurz DSTM, in Berlin zu verkaufen. In ihrem Laden in der Torstraße bietet sie Streetwear, aber vor allem Dessous für Frauen an, bei deren Anblick der Gedanke an devot-dominante Spiele nur schwer zu ignorieren ist.

Latex, Leder und Seide – das sind die Stoffe, mit denen Gilpin hauptsächlich arbeitet, seitdem sie ihr Label 2010 in Kanada gründete. Das Merkmal ihrer Kollektionen: extreme Sexyness. Bodywear aus Latex und Leder und dünne Seidenkleider werden zu einer zweiten Haut und lassen die Trägerin zum Objekt der Begierde werden. Ein purer Zufall ist der Stil ihrer Kleidung nicht. Bei ihren vorherigen Jobs in einem Lingerie-Laden und bei Agent Provocateur hatte sie ausreichend Möglichkeit, um Inspiration für ihr eigenes Label zu sammeln. 2002 eröffnete sie dann ihren eigenen Laden in Berlin-Mitte.

Das Spiel mit Kontrasten ist ebenso Teil ihrer Kollektionen, wie das Spiel mit der Bilderwelt des Fetischismus. Die Träger der Seidenkleider sind im Bondage-Stil, wie auch ihre Bodywear und Dessous. Neben edlen Kimonos und Jumpsuits mit transparenten Stoffeinsätzen am Rücken, hängt Lingerie, die sexuelle Fantasien anregen. Bodies, BHs und Slips bestehen größtenteils aus Stoffstreifen und Schnüren, die geometrische Formen auf den Körper der Trägerin zeichnen. Cut-outs und transparenter Latex verlagern den Ausschnitt vom Dekolleté auf die Taille, Hintern und Schambereich. Tiefe Einblicke sind garantiert. An einigen Kleidern und Kimonos lassen Fransen in der Oberkörper-Partie das Kopfkino in Fahrt kommen, wenn sie durch Bewegungen schwingen und nackte Haut sichtbar wird. Gilpin scheint den Satz „Sex-Up your life!“ als Mission verstanden zu haben.

Kein Wunder, dass die markante Farbe ihrer Kollektionen Schwarz ist. Das Dunkle wirkt verboten und mysteriös, macht neugierig, ist aber auch elegant und lässt Outfits auch ohne Accessoires vollständig wirken. Für diejenigen, denen das noch immer zu lasch ist, hat Gilpin den passenden Körperschmuck: Choker, Oberkörper-Geschirre aus Leder und Handschuhe aus Seide sind Teil davon und gehören in Fetisch-Clubs, wie dem Kit Kat zum guten Ton. Sie fordern eine lustvolle Hingabe, die vor allem auf eines abzielt – Unterwerfung. Ihre Kollektionen liefern einen Mix von Stilen. Einerseits elegant, andererseits extrem sexy, aber vor allem experimentell – eine Mischung, die in jedem das süße Gefühl der Begierde auslöst.

Credits: Maxime Ballesteros

von

#fashion Leidenschaft – Leichtigkeit – Loyalität, Kontostand: - 450 Euro

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