Eine Liebeserklärung an unsere Instaboys

Wie Männer sich und ihren Beruf auf Instagram inszenieren

Wolltet ihr nicht auch schon immer wissen, was euer Stamm-Tätowierer privat so treibt? In Bielefeld gibt es einige gute Tattoo-Künstler, unter anderem gehören die Halunken zu den bekanntesten in der Stadt. Mit dem Namen sexy_tat2_instaboyz haben sie innerhalb einer Woche erstaunlich viele Abonnenten erreicht. Mit viel Witz inszenieren sich die voll-tätowierten Jungs, indem sie typische Alltagssituationen darstellen. Beispielsweise spielt die Natur eine große Rolle für die harten Jungs und schnell ist auf einem Gruppenbild eine Plastikpflanze, dazu der Satz „This plastic flowers smell is just phantastic. We love nature!“ Auch stehen sie gerne mal zu dritt unter der Dusche und lassen sich dabei abknipsen – oder halten ganz glücklich Händchen.

Sie sind allerdings nicht die einzigen, die sich gerne so inszenieren. Hier die Rangliste der sieben typischsten Berufs-Accounts auf Instagram. Weißt du, was dein Bäcker privat macht?

Platz 7: Unser Freund und Helfer

Wohl kaum ist ein Beruf neben dem des Frisörs so präsent auf Instagram. Gerne posiert er in seiner Polizeiuniform, während einer kleinen Pause vor der Verbrecherjagd – Sonnenbrille auf und ein cooler Blick. Zweck ist wohl, so viele Frauen wie möglich mit seinem Outfit zu begeistern. Denn wie alle wissen, stehen Frauen auf Männer in Uniform – bla bla.

Platz 6: Komm schon Baby, wir fliegen einmal um die Welt

Sind sie bereit für den Start in die Welt des Piloten? Auch er zeigt sich gerne auf seinem privaten Account in Uniform. Aber nicht immer alleine, gerne mit einer hübschen Flugbegleiterin – Like a Playboy. Natürlich sprechen wir hier von der jüngeren Generation untern den Piloten. Selfies sind auch erlaubt, mit einem breiten Grinsen aus der Pilotenkabine. Natürlich mit einem Selfie Stick, weil der eigene Arm nicht ausreicht, um die tolle Technik zu zeigen.

Platz 5: Ich liebe mein Auto mehr als mein Leben

Wenige Frauen konkurrieren gerne mit einem Fahrzeug, allerdings scheint das den Autoliebhaber nur wenig zu interessieren. Hier ist der Blaumann das Lieblingskleidungsstück und die verschmutzen Finger sind ein Indiz für schwere Arbeit. Auf dem privaten Account eines Mechanikers ist weniger er selbst zu sehen als die neusten Motoren oder Videos von Motoren oder auseinandergeschraubte Motoren. Naja, wie auch immer, ein schicker getunter Wagen mit möglichst viel PS spielt hierbei eine große Rolle. Aber auch der Mechaniker zeigt gerne mal Haut. Da er sich in der Werkstatt fit hält, entsteht schnell ein sexy Selfie im Blaumann. Und wie jeder weiß, sind geschickte Hände bei den Frauen gern gesehen. Die hat auch unser nächster in der Rangliste.

Platz 4: Backe, backe, Brötchen

Was für Models ihre langen Beine sind, sind für unseren nächsten Kandidaten seine Hände. Der Bäcker ist mit frischen Brötchen am Morgen ein Segen für einen guten Start in den Tag. Auf Instagram zeigt er sich gerne auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg zurück, allzu viel passiert nicht in der Backstube. Es sei denn ein Sack Mehl fällt um, dann ist es einen Post wert. Der Bäcker führt ein ganz normales Leben und stellt sich selbst eher weniger in Szene – ein bescheidener Beruf. Aber backen muss man erst Mal können, mal sehen, ob das einer unserer Top drei Kandidaten kann.

Platz 3: Jura is life

Egal ob zukünftiger oder jetziger Anwalt, der Account des Juristen ist privat – weil Datenschutz. Aber in der Infobox steht ganz stolz Jura oder Dr. von und zu. Sie wissen alles besser, nur weil sie Jura studiert haben. Na gut, dazu muss man sagen, dass sie auf Wikipedia hoch angepriesen werden „Als Juristen bezeichnet man Akademiker, welche das Studium der Rechtswissenschaft mit einer erfolgreich bestandenen Prüfung abgeschlossen haben.“ Ich glaub, dann hätte ich auch ein riesen Ego. Dazu muss man sagen, dass ich hier von der jüngeren Generation spreche, den Seniors ist das ganze Internet eh zu viel. Der typische Jurajüngling ist sehr verhalten in den Sozialen Medien und liket lieber Bilder, bis die Finger bluten.

Platz 2: #mitdenjungs #einkopfrauchen

Kaum ein Beruf – nennen wir ihn mal so –, ist in den sozialen Medien so beliebt geworden wie der des Shisha-Bar-Besitzers. Okey, halten wir mal die ganzen Youtuber raus, die zählen eh nicht mehr. Also der typische Shisha-Bar-Besitzer-Account ist recht eintönig. Eine verglaste Shisha, eine rote oder blaue, naja, eigentlich besteht der gesamte Account nur aus Shishas. Ach ja, auch verschiedene Tabak Sorten werden gerne promotet. Und an guten Tagen, wenn dann die Hütte voll ist, wird auch ein Bild von der Bar gemacht „Wieder voll heute. Kommt vorbei!“ Der Shisha-Bar Besitzer zeigt sich selbst kaum auf seinem Account, aber wenn, dann mit „La Familia“, wie sie ihre Jungs gerne nennen.

Platz 1: Vom Salat schrumpft der Bizeps

Magerquark ist ein Geschenk Gottes für unsere Jungs auf Platz 1, akzeptiert wird nur, was mehr Eiweiß hat als eine 12er Packung Eier. Unsere Personal Trainer haben sich ihren ersten Platz zu recht erkämpft. Keiner ist so stark am Posten und Posen wie diese Jungs. Auf ihrem Ausweis steht anstelle des Heimatortes McFit. Ihr sportlicher Kleidungsstil dominiert nicht nur im Studio, nein auch im Alltag ist es eher bequem. Ihr Instagram-Account explodiert nur so vor Selbstdarstellung. Ein typisches Bild: dicke Kopfhörer, Sport-Shorts und ein Tank-Top, bei dem immer die Nippel zu sehen sind, einmal alles anspannen, und zack, ist das Bild vorm Spiegel gemacht. Da der Fitnessfanatiker ein sehr geselliger Mensch ist, sind auch gerne mal die Sportkollegen mit auf dem Bild – natürlich leicht bekleidet. Abgesehen von dem Adoniskörper ist auch für den Beruf des Trainers die Küche ein wichtiger Aufenthaltsort. Hauptsache viel und alles! Mit mehr Kalorien als der Durchschnittsmann muss er auskommen. Am vorteilhaftesten ist es einmal in der Woche alles vorzubereiten, „preparing“ nennt sich das ganze Phänomen. Einer der Gründe, warum dieser Beruf auf Platz 1 gelandet ist: Hier werden die Sozialen Medien ganz gezielt genutzt. Mit vielen Hashtags und mindestens einem Post am Tag sehen sie es als Pflicht an, uns an ihrem Leben teilhaben zu lassen.

Foto: Philipp/Halunken (CC)

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