Weg damit!

Egal wo man hinschaut, in Berlin quillen die Mülltonnen über. Aber es geht auch anders. Die Künstlerin Stephanie Bothor hat ein Jahr lang so wenig Abfall produziert, dass er in ein Einmachglas passt. Uns hat sie Tipps verraten, wie man ganz leicht Müll sparen kann

Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein. Zum Beispiel montags, wenn die Sonne über dem Mauerpark aufgeht und die vielen sportlichen Menschen den Müllwagen überholen, der die Überreste vom Sonntag einsammelt: Plastikflaschen, Zigarettenschachteln und Alufolie, die irgendeinen fancy veganen Burger ummantelt hat. In manch einer Neuköllner Seitenstraße sieht es so allerdings nicht nur nach einem sonnigen Wochenende aus, sondern immer. Ein rostiger Einkaufwagen hier, ein bisschen Bio-Abfall da. Plastik überall. Und dass das den Ozean verschmutzt, hat uns damals schon der Grundschullehrer im Sachkundeunterricht erzählt. Laut Greenpeace landen jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Doch das Bewusstsein für Abfall scheint sich zu ändern. Denn im dreckigen Berlin gibt es immer mehr Leute, die sich für einen nachhaltigen Lebensstil entscheiden. Und das Mantra ist erfrischenderweise nicht Low Carb, sondern Low Waste.

Vier einfache Anti-Abfall-Tipps:

1.
Lippenstift, Handy, Geldbeutel – und dazu noch ein Metallstrohhalm, ein kleines Einmachglas sowie ein Geschirrtuch. Das hat Stephanie Bothor immer in ihrer Handtasche. So kommen ihr keine Plastikstrohhalme mehr in den Becher. Und wenn man Nüsse, Süßes oder andere Kleinigkeiten auf dem Markt kauft, landen die einfach im Glas statt in der Plastiktüte. Das Geschirrtuch ist für den Döner oder die Falafel im Brot. Anerkennende Blicke von den Menschen hinter einem in der Schlange sind übrigens inklusive.

2.
Zugegeben, Podusche ist kein schönes Wort. Doch tatsächlich wird sie von einem Großteil der Weltbevölkerung benutzt. Nur wir hier in Deutschland wickeln uns das Papier fünfmal um die Hand, um uns dann damit den Allerwertesten zu säubern. Low Waste ist das ganz und gar nicht. Trotz unattraktivem Namen: Punkt für die Podusche.

3.
Man nehme Kokosöl, Kurkuma, Natron und ein paar Tröpfchen Pfefferminzöl – fertig ist die perfekte DIY-Zahnpasta. Normalerweise kommt die nämlich in einer Plastikpackung daher, und das wollen wir ja nicht. Wer jetzt skeptisch ist: Kurkuma macht die Zähne weiß – da spricht Stephanie Bothor aus Erfahrung.

4.
Vielleicht kennt es der eine oder andere noch von Oma: Das gute alte Stofftaschentuch. Genau, das mit dem aufgestickten Initial und der Spitze am Saum. Oldschool? Wohl eher Vintage. Und nachhaltig sowieso. Oma hat sicher ein paar Taschentücher übrig.

Foto: Sophia

Sophia

von

Gerechtigkeit, Loyalität, Vertrauen;
Kontostand: meist kurz vor dem Minus dank meiner Leidenschaft für Vintage-Kleidung

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