Schön dank Öl – die besten Geheimnisse aus aller Welt

Es scheint gar nicht mal so lange her zu sein, als noch alle auf den Oil-FREE-Aufdruck beim Kauf von Make-up bestanden haben. Öl verursache Hautunreinheiten, verklebe die Poren, sei einfach schlecht. Nun ist die Beauty-Welt wieder im Öl-Fieber. Zum Glück! Denn wirft man einen Blick auf die weltweiten Pflegerituale, fällt auf, dass beinahe jede Kultur ihr eigenes Öl hat, auf das es seit Jahrhunderten schwört. Hier ein paar Beispiele, die noch nicht jeder kennt und die einen Platz in unseren Badezimmerschränkchen verdient haben.

 

Unter afrikanischer Sonne

Als Beauty-Wunder mit Wurzeln könnte man wohl den Maruala- oder Elefantenbaum bezeichnen. Ein Pulver aus seiner Rinde soll gegen Rheuma helfen. Und seine Früchte, aus deren Kerne das Marula-Öl gewonnen wird, sind echte Vitamin-C-Bomben. Seit jeher massieren sich damit die Ureinwohner Südafrikas und Namibias ein, weil es mit seinen ungesättigten Fettsäuren den natürlichen Hautschutz stärkt und regenerierend wirkt. Neuerdings ist das Öl auch in Hightech-Cremes zu finden. Unschlagbar ist die Kombination von Marula-Öl mit einem weiteren Schönheitsgeheimnis der Afrikaner: der Büffelmilch. Durch ihre Mineralstoffe, Vitamin A und Fett pflegt sie gestresste Haut wieder zart. Im Handel findet man die beiden Zutaten gemeinsam mit feingemahlenen, schwarzen Diamanten als hocheffektives Peeling. Wem gerade zufällig die Diamanten ausgegangen sind und dennoch gerne ein solches Peeling zuhause hätte, der kann das Ganze auch mit Kaffeegranulat nachmachen. Es reinigt die Haut porentief, löst abgestorbene Hautschüppchen und kurbelt die Durchblutung an. So kommt auch die nicht-afrikanische Haut durch den Sommer.

 

Neuseeland pfeift auf Aloe Vera

Dieser neuseeländische Pflegetipp ist streng genommen kein Öl. Als Gel allerdings nicht weit davon entfernt und zu wertvoll für die heißen Sommermonate, um ihn nicht zu teilen. Das „Harakeke“-Gel wird aus den langen, faserigen Blättern eines bis zu drei Meter hohen Flachs gewonnen, der in weiten Teilen Neuseelands wächst. Oft wird das Gel auch als der „Drink for the skin“ bezeichnet, weil es im Sommer der perfekte Durstlöscher für die Haut ist. Ähnlich wie Aloe Vera kühlt und beruhigt es die Haut nach Sonnenbränden und revitalisiert sie wieder bis zur Geschmeidigkeit. Im Gegensatz zu Aloe Vera bietet das „Harakeke“-Gel aber zusätzlich noch einen antibakteriellen Schutz und ist zudem feuchtigkeitsbindend. Daher ist es auch als Pflege für leicht fettige Mischhaut geeignet. Also, immer drauf damit! Gönnen wir unserer Haut einen Erfrischungs-Cocktail!

 

Haare wie die Japanerinnen

Noch heute greifen Japannerinnen bei ihrer Haarpflege auf das Wissen der Geishas zurück, die Kamelienöl bereits vor Jahrhunderten dazu verwendeten, ihren Haaren zusätzlichen Glanz zu verleihen. Das Öl wird aus den Samen des Kamelienbaums gewonnen und ist auch in unseren Beauty-Produkten längst angekommen. Oft bildet es die Basis von Salben, Cremes und Seifen. Zur Anwendung zu Hause das Öl einfach anwärmen, in die Haare einmassieren und eingewickelt ins Handtuch 20 Minuten einwirken lassen. Durch Eiweiße und Ölsäure wird die Haaroberfläche geglättet und sorgt so für Glanz. Auch die Haut freut sich über das Öl der Kamelie. Als pures Gesichtsöl zieht es schnell ein und verfeinert das Hautbild.

 

Alles-Könner unter den Blättern des Amazonas

Das folgende Öl kommt aus den Urwäldern Brasiliens und hat für die Waldbevölkerung aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften bis heute einen unschätzbaren Wert. Es ist schmerzlindernd, antiseptisch und durchblutungsfördernd. Die Amazonas-Indianer nutzen das Öl des Andiroba-Baumes, um Gelenkbeschwerden, Verstauchungen und Verspannungen in den Griff zu bekommen. Es dient außerdem als Emulsion bei empfindlicher, unreiner und Mischhaut. Außerdem wirkt es gegen Zellulitis und hat einen natürlichen Sonnen- und Insektenschutz. Als Feuchtigkeitsspender wird das Andirobaöl bei uns bereits gern in Haarbändigern und Handcremes eingesetzt.

 

In Gedanken am Strand von Tahiti

Monoi bedeutet in der polynesischen Sprache „duftendes Öl“ und der Name wird diesem traditionellen Schönheitsmittel aus Tahiti absolut gerecht. Das Monoi-Öl riecht nach der Tiaré-Blume. Zur Herstellung werden deren Blüten vor der Morgendämmerung gepflückt und in frisches Kokosöl eingelegt. Dabei geben die Blüten feuchtigkeitsspendende und pflegende Inhaltsstoffe sowie seinen typischen Duft an das Öl ab. Der Beauty-Allrounder macht die Haut zart und geschmeidig, verpasst dem Haar Glanz und schützt dabei vor dem Austrocknen. Auch als Massageöl ist das Monoi-Öl beliebt. Wenn man die Augen dabei zulässt, kann man vielleicht das Meer rauschen hören.

Foto: Naomi King

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