Schweißfüße für 1.590 Euro

Guccis furpas

An Alexa Chung, Melanie Dagher und Sienna Miller war der exklusive Fell-Loafer schon kurz nach dem Launch im Herbst 2015 auf der Gucci-Website zu sehen. Jetzt, im Sommer 2017, erfährt der Schuh einen erneuten Hype und ist an den Füßen der Fashionistas zu bewundern. Instagramer wie vinilarhode, Lisa Hahnbück oder boxofbeauty zeigen wie sie den Schuh jetzt tragen. Doch warum bloß? Schon für den Herbst ist es kein praktikables Modell, da der Schuh weder Regen noch Dreck verträgt: Das Fell schleift förmlich auf dem Boden. Im Winter kann man den Loafer erst recht vergessen, es sei denn man steht auf 1590€ teure Hausschuhe. Im Frühling hat man wieder das Problem mit der Nässe durch Regen. Und auch im Sommer wird der teure Schuh wohl ziemlich nass – schweißnass.

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Während man den „normalen“ Leder-Loafer von Gucci für 590 € bekommt, kann man für ein ähnliches Modell mit Fellbesatz gerne fast das Dreifache auf den Tresen legen. Die Leidtragenden sind dabei die Tiere, die für den neuesten Trend ihr Leben lassen müssen. Für Tierschutz-Organisationen wie Peta war der Fell-Loafer zu Recht eine neue Möglichkeit, Gucci an den Pranger zu stellen. Die Marke verwendet gerne Tierhäute, Leder und Fell. Doch diesmal hat es Gucci übertrieben. Denn das verwendete Fell stammt von Kängurus!

Zunächst führte das auch zum Abflauen des Hypes. Doch ignorant wie unsere Gesellschaft nun mal ist, wird der negativ behaftete Schuh jetzt wieder gekauft und die gejagten und getöteten Kängurus sind vergessen. Vielleicht wissen auch einige nicht, was mit den Tieren in der Luxusindustrie passiert. Da könnte es helfen, die Argumente von Frank Schmidt von Peta zu hören. Im Interview erzählt er, dass freilebende Tiere für die Fellindustrie mit Legholder-, Schlingen- oder Todschlag-Fallen qualvoll gefangen werden. „Bei diesen ganzen Jagd-Methoden werden Tierrechte verletzt.“ Es kann sich also jeder selbst überlegen, einen Schuh mit keinerlei Nutzen zu kaufen, der nicht nur sehr teuer, sondern auch noch mit dem Tod eines Tieres behaftet ist.

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