Sneaker aus dem Drucker

In einer Zeit, in der Personalisierung und Identifikation für unser Kaufverhalten eine immer größere Rolle spielen, rückt der Gedanke der „einheitlichen“ Kollektion immer mehr in den Hintergrund. Das Handy wird mit dem eigenen Namen bedruckt, das neue Auto wird an jedes noch so kleine Bedürfnis angepasst und selbst die Küche von Ikea kommt schon in den verschiedensten Ausführungen. Und in der Mode?

Das höchste der Gefühle sind eigens bedruckte Taschen oder T-Shirts, aber an eine selbst entworfene Jacke oder einen Anzug ist noch lange nicht zu denken. Und das obwohl sich viele Kunden genau das wünschen. Die Deloitte Consumer Review hat herausgefunden, dass 50 Prozent der US-amerikanischen Kunden sich mehr personalisierte und „eigene“ Produkte wünschen, 48 Prozent würden sogar mehr ausgeben und länger auf ihren Einkauf warten. Ideale Voraussetzungen eigentlich für eine Marktveränderung, und trotzdem tun sich große Unternehmen schwer damit, sich umzustrukturieren und neue innovative Wege zu erforschen, etwa mit 3D-Druck. Firmen wie Nike oder Adidas bieten vereinzelt an, Schuhe kundenspezifisch in Farben und Material ändern zu lassen und Marken wie Tiffany & Co, oder Ralph Lauren offerieren ihren Kunden, am Design und den Farben von Brillen oder Schmuck etwas ändern zu lassen.

Große Konkurrenz bilden im Gegensatz dazu viele Start-Up-Unternehmen, die sich einzig und alleine auf 3D-Prints konzentrieren. Shapeways beispielsweile erlaubt es seinen Kunden, ein komplett eigenes Design auf seine Website hochzuladen, um dieses dann mithilfe von 3D-Druckern in echte Tücher, Taschen, Schmuck oder auch Möbel umzuwandeln und zurück zum Kunden zu schicken. Designerin Kimberly Ovitz nutzte diese Technik um ihre Nylon-Schmuckkollektion für die New Yorker Fashionweek fertigzustellen und verkürzte so ihre Arbeitszeit und auch die Kosten drastisch. Das Silicon-Valley-Unternehmen Continuum Fashion geht sogar einen Schritt weiter und hilft dem Kunden dabei einen eigenen Bikini oder Schuh zu entwerfen, druckt diesen dann via 3D-Printer aus und schickt das fertige Produkt dem Kunden zurück.

Nun stellt sich die Frage, wie simple Farbänderungen im Design von Nike und Adidas mit innovativen Start-Ups wie Shapeways mithalten können?

Die typische Preisspanne für einen 3D-Drucker liegt zwischen 600 und 10.000 Euro, was natürlich auch den Preis der daraus gedruckten Produkte beeinflusst, zu dem sind die einzelnen Designs sehr arbeits- und zeitaufwändig. Ein Badeanzug von Continuum beispielsweise kann bis zu stolzen 1.000 Euro kosten.

Nichtsdestotrotz sind der Erfolg solcher Start-Ups und die große Nachfrage von Seiten der Kunden nicht von der Hand zu weisen. Große Unternehmen sollten trotzdem in neue Innovationen investieren und vielleicht preisgünstige und effektive 3-Druck-Produkte entwickeln. Anfang diesen Jahres hat Nike beispielsweise einen Schuh auf den Markt gebracht, der von einem Architekten designt wurde und dann durch 3D-Drucker gedruckt wurde. Es gibt noch keine Preisvorstellung und wo man das gute Stück erwerben kann, ist leider auch noch nicht bekannt – eins ist allerdings klar, auf preiswerte 3D-Print-Schuhe müssen wir auf alle Fälle noch einige Jahre warten.

 

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