Ushio Shinohara vereint Boxsport mit Kunst

Malerei ist die älteste Art, seine Gedanken auszudrücken. Wenn aus etwas Gewaltvollem wie dem Boxsport und einer Leinwand etwas Neues entsteht, ist der Künstler Ushio Shinohara nicht weit.

Beim Boxsport schlagen sich zwei Kontrahenten mit den Fäusten nach festgelegten Regeln. Shinoharas Kontrahent ist die Leinwand. Der japanische Künstler wurde 1932 in Tokio geboren. Durch seine Eltern, eine Malerin und ein Poet, wurde in ihm das Interesse geweckt. Inspiriert durch Künstler wie Van Gogh und Gauguin, hat Shinohara 1952 sein Studium an der Tokyo University of the Arts begonnen. Auf Ölmalerei spezialisiert, war ihm der strenge Lehrplan schnell zu langweilig. Er schloss sein Studium nie ab. Den größten Einfluss auf seine Motive hatte der japanische Fotografen Shōmei Tōmatsu, dessen Bilder Ereignisse in Japan reflektierten, die er für kontroverse Zeitschriften schoss. Es waren angsterfüllende, erschreckende Fotografien, die er in der Zeit des Zweiten Weltkriegs aufgenommen hatte. Aber auch Hollywood und die Jazz-Kultur sowie Comic-Bücher spielen für Shinohara eine große Rolle.

Der Durchbruch

1960 gründet er mit acht weiteren Mitgliedern die Gruppe der Neo Dadaism Organizers. Zusammen mit einer Zeitschrift, die das ganze Vorhaben sponserte, eröffnete die Organisation 1960 die Yomiuri-Idependent-Ausstellung. Sie war eine Art Anti-Salon und somit das Sprungbrett für Shinoharas Skulpturen, die den Namen junk art trugen. Dabei ging es hauptsächlich darum, aus gefundenen Objekte etwas Neues zu erschaffen. Die Organisation gehört zur Neo-Dada-Bewegung. Sie entstand in der Phase der Pop-Art, womit sie einen großen Einfluss auf viele Avantgarde-Künstler hatte.

Shinohara hat während der Zeit um 1965 seine boxing painings entwickelt. Er tränkt seine Boxhandschuhe in Farbe und schlägt gegen Papier oder Leinwand, um die Farbe aufzutragen. 1969 entschied sich der japanische Künstler, nach New York auszuwandern – in der Hoffnung, die neue Umgebung könne ihm neue Inspirationen liefern. Ursprünglich hatte er vor, nur eine Weile in New York zu verbringen. Doch schnell beschloss er, nie mehr nach Japan zurückzukehren. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzte er normale Acryl- oder Ölfarbe. Ab 1990 verwendete er Neonfarben und machte daraus eine Performance. Es geht ihm weniger darum, etwas Schönes zu schaffen, sondern um Ausdrucksstärke und Dynamik.

Der japanische Künstler ist heute in der modernen Kunst einer der bedeutendsten Neo-Dadaisten. In vielen Institutionen kann man seine Werke sehen, wie zum Beispiel in Hara Museum of Contemporary Art nahe Tokio sowie im Guggenheim-Museum in New York. Sein Gemälde sind sehr expressionistisch und immer darauf aus, etwas Neues zu schaffen. Sie bezieht sich auf das jetzige Japan. Durch seine Aktionskunst hat Shinohara in New York viel Aufsehen erregt.

International

Shinohara ist in Deutschland bisher noch nicht sehr bekannt. Seine Aktionskunst hat allerdings im Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad. Mit seiner Frau läuft er wie ein Hollywood-Star über den roten Teppich. Auch wird er im Internet groß gefeiert, seine Videos gehen um die ganze Welt und erobern die sozialen Netzwerke. Sein hohes Alter und das Boxen verblüfft die Menschen. Man sieht die unglaublich Energie, die in ihm steckt, vor allem, dass es ihm Spaß macht.

 

Foto: flickr/Marshall Astor

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