Aktivkohle Vom Kosmetikhype zum vermeintlichen Superfood

In der Kosmetikindustrie gilt Aktivkohlepulver schon länger als DAS Wundermittel für schöne Haut und weiße Zähne. Nun sollen die Kohlepigmente aber auch von Innen reinigen. Von Smoothies und Säften über Eiscreme bis hin zu Kaffee und Backwaren, färbt sich durch wenige Löffel des Kohlepigments alles Tiefschwarz.

Schon seit Jahrtausenden wird Kohle in der Medizin als Heilmittel für Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Kohle wirkt entgiftend, bindet also Toxine und scheidet sie aus dem Körper aus. Diese Eigenschaften machen den schwarzen Inhaltsstoff deswegen, nicht nur zum neuen Trend-Zusatz in der Kosmetik-, sondern auch in der Lebensmittelindustrie. Aktivkohle bindet jedoch nicht nur Giftstoffe, sondern auch Vitamine. Wissenschaftler sehen die Einnahme von Entgiftungsdrinks mit Kohlepulver deswegen kritisch. Werden nämlich Mineralstoffe oder Vitamine von Aktivkohle gebunden, könnte dies langfristig zu Mangelerscheinungen führen.

Die absorbierende Wirkung einer äußeren Anwendung des Kohlepulvers ist jedoch unbedenklich. Die Aktivkohle in Kosmetikprodukten wie Masken, Peelings oder Reinigern nimmt Verschmutzungen wie Bakterien, Talg und anderen Schmutz aus der Haut auf und hinterlässt auf diese Weise eine gereinigte Haut.

Bevor man also den „schwarzen“ Kaffe bestellt, lieber den Aktivkohlehype mit einer reinigenden Maske verfolgen.


Foto: Nathan Dumlao via Unsplash