Die Vergangenheit der Bademode Die Bademode der 50er und 60 Jahre war geprägt von einer sozialen und politischen Befreiung des körperlichen Erscheinungsbildes, insbesondere bei Frauen. Es ging um einen offeneren Umgang mit dem Thema Sexualität. Symbol dieser Befreiung war der Bikini

Fotograf @stefandeyn/ Model @inskztnsk/ styling: @mimi_stein

Das zweiteilige Kleidungsstück war nach dem Atoll benannt, auf dem die Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg Atombomben getestet hatten. Der Bikini bedeckte Brust und Beckenbereich, gab aber sonst viel Sicht auf den Körper frei. Für die zunächst prüden Vorstellungen der Nachkriegszeit eine Herausforderung und Provokation. Zwar war der Bikini als Kleidungsstück schon in der Antike bekannt, und auch die frühen zwanziger Jahre hatten schon erste Bikiniträger erlebt, doch das nationalsozialistische moralisch konservative Deutschland kehrte zurück zu der Verhüllung der Frau beim Baden.

1932 kam das erste Gesetz zur Bademode und weitere Normen folgten, die das Tragen zweiteiliger Bademode untersagten. Der Einteiler war Pflicht, bevorzugt mit gerade geschnittenen Beinöffnungen, wie bei einer Short. Auch in den USA machte sich die prüdere Sicht breit. 1934 wurde eine Vorschrift erlassen, welche das Zeigen des weiblichen Nabels in Hollywood-Filmen untersagte. Dieser Bann wurde erst Mitte der 60er Jahre aufgehoben. Es war nicht nur die politische, sondern auch die kirchliche Welt, welche die offene Sichtbarkeit des Körpers als unsittlich ansah.

Als 1951 Eric Morley einen Bikini-Contest in England veranstaltete wurde die Siegerin Kiki Häkansson von Papst Pius XII verurteilt. Und an den Küsten Italiens, Spaniens und Portugals und Australiens wurde das Tragen von Bikinis verboten.

Erst in den 60er Jahren wurde das Tragen von Bikinis zu einer breit akzeptierten Bademodenform. Und bei Männern wurde analog das Tragen einer knapp in Dreiecksform geschnitten Badehose statt der klassischen Boxer Short zum Ausdruck der neuen körperbetonten Mode. Modedesigner, wie Rudi Gernreich, entwarfen in den 60ern immer verwegenere Formen des Bikinis, bis hin zum „Monokini“, bei dem die Brust ganz frei blieb und nur durch zwei Träger gekreuzt wurde, welche das Unterteil trugen.

Das zweite wesentliche Accessoire der Bademode der 50er Jahre war die Badekappe. Von Schwimmbädern aus hygienischen Gründen vorgeschrieben, aber auch beim Schwimmen in Seen und am Meer genutzt. Die ersten Badekappen waren noch glatt. Dann aber wurden sie zunehmend ornamentiert und mit farbigen Blumenaufsätzen ausgestattet. In den sechziger Jahren wurde das Schwimmen mit offenem Haar außerhalb von Schwimmbädern wieder zur bevorzugten Form und zum Ausdruck des befreiten natürlichen Umgangs mit der Präsenz des Körpers.

In der heutigen Mode begegnet uns der Ganzkörper-Badeanzug der 50er Jahre wieder, und auch Badekappen sind in internationalen Kampagnen wie bei Gucci und Prada zu sehen. Zitronenmuster, Karos und Blumen auf Badeanzügen liegen gerade im Trend. Die Brust ist wieder voll bedeckt und mitunter wird selbst der Beinabschluss unter einer kurzen Rockform bedeckt. Bei Asos findet ihr eure Outfits für den Strand, Schwimmbad, See oder Boot. Die Badekappen sind in allen Farben auf Amazon erhältlich.

Fotograf @stefandeyn/ Model @inskztnsk/ styling: @mimi_stein