Monarchie & Alltag: Montagsmorgens Eine Alltagsszene über kleine Pimmel in Berlin

13:00 Uhr. Es ist ein warmer Tag. Sonnenstrahlen suchen sich zielstrebig den Weg durch die grünen Blätter der Birken und fallen auf eine mit Graffiti beschmierte Tischtennisplatte. Fünf Mädchen haben diese zu ihrem Mittagspausenplatz gemacht und kauen stillschweigend an ihren mit Alu-Folie verpackten Falafeln. Ein paar Meter weiter, sitzt eine Gruppe Jungs auf einer ebensolchen Platte. „Ey, hat einer von euch Longpape?“, fragt einer der schmächtigen Halbstarken und rückt seine blaue Kappe mit New York-Logo zurecht. Die Mädchen schütteln einvernehmlich ihre Köpfe: „Nee, sorry.“

Er geht mit runtergezogenen Schultern zurück zu seinen Freunden, die in Gelächter verfallen. Die andere Fraktion isst ihre letzten Happen auf und schaut weiter vergnügt in die Sonne. Bis ein lauter Knall die sommerliche Atmosphäre zerreißt. Dröhnen in den Ohren und Verwirrung in den Gesichtern. Herausfordernd grinst der schmächtige Junge die Frauen an. Er hat offensichtlich seine Überreste von Silvester mit zu den Tischtennisplatten gebracht und einen Böller neben den Frauen entzündet. Die sind jetzt sichtlich verärgert, schauen sich ungläubig erst gegenseitig an und dann zu der anderen Tischtennisplatte. Geht’s noch? Einer der Jungs raunt zurück: „Ihr könnt auch gerne mal meinen Schwanz anfassen. Der ist sogar gewaschen.“ Die Frauen packen ihre Sachen zusammen, ich beobachte wie sie zurückgehen. Was bleibt ist ein fader Beigeschmack von pubertärem Machogehabe.