Schluss mit dem Beeinflussen Warum Influencer einfach nur noch nerven

Egal ob auf Blogs, Youtube oder Social-Media-Kanälen – überall werden Produkte vorgestellt, die man unbedingt besitzen muss.  Aus dem authentischen Bloggen wurde eine perfekte Inszenierung und Vermarktung.

Wer kennt es nicht? Das Foto einer Frau mit dem idealen Tagesoutfit – natürlich mit nur den gefragtesten Marken wie Chanel oder Balenciaga vor der passenden Kulisse. Daneben in diesem Feed: das super arrangierte Mittagessen. Pasta, dazu eine farblich abgestimmte Limonade, und nicht zu vergessen die Prada-Sonnenbrille. Der ganze Content ist aufeinander angepasst und ergibt ein harmonisches Bild. Das Ergebnis: der Schein von einem perfekten Leben.

Vor allem für Jugendliche spielen Influencer eine wichtige Rolle. Sie sind die neuen Vorbilder der heutigen Generation. Sie sieht „perfekte“ Menschen und wollen dem Nacheifern. Durch Instagram hat der Schönheitswahn noch einmal stark zugenommen: Alle wollen einen perfekt durchtrainierten Körper, Make-up wie von einer Visagistin und das Outfit durchgeplant bis ins Detail. Fehlerlos.

„Fans folgen ihren Internet-Idolen blind und das teilweise in fast fanatischen Zügen“, erzählt David Suppes, Dozent für Online-Marketing an der Hochschule Fresenius und Marketingchef beim Fashion-Startup Swipy in einem Fachbeitrag für „Gründerszene.de“ 2015. Laut den Autoren Grabs, Bannour und Vogl des Buches „Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co“ ist ein Influencer ein Social-Media-User, der in seinem Social-Media-Kanal Meinungsführer ist, viele Follower hat und themenkompetent wahrgenommen wird.“

Sie erreichen weltweit Millionen Menschen und gehören zu den wichtigsten Marketing-Instrumenten. Deswegen greifen immer wieder Marken auf Influencer zurück.

Ganz vorne mit dabei: die Kardashians. Seit ihrer Reality-TV-Show Keeping up with the Kardashianshat keine andere Familie so viel Medienpräsenz wie sie. Jeder kennt sie. Wie könnte es auch anders sein? Mittlerweile sind neben Keeping up with the Kardashiansnoch weitere kleine Ableger wie Khloé und Lamar, Kourtney and Kim take New Yorkund Kourtney and Khloé take Miami dazu gekommen. Und wer dann immer noch nicht genug bekommt, kann zum Glück alles weitere über ihre Social-Media-Kanäle erfahren.Sie haben diese Branche verinnerlicht und nutzen ihre Präsenz in jeglicher Situation für ihre Vermarktung aus. Die bekanntesten Snapchat-Storys sind wahrscheinlich Kylies Make-Up-Tools.Und Ziel erreicht. Die jungen Mädchen kaufen ihre Produkte und alle sehen gleich damit aus – immerhin zählt diese Generation zu den „einflussreichsten Konsumenten“ laut der Faz.

Jeder Feed sieht gleich aus, immer der gleiche Content. Und jeder will dem Nacheifern und dem „Ideal“ entsprechen. Das Wichtigste ist, zu zeigen, dass man sich von den anderen abhebt und besonders ist. Doch wo bleibt die Individualität? Keiner will das perfekte Bild mehr sehen – vor allem als Werbung für eine Marke. Wo ist die Glaubwürdigkeit, wenn jede Woche ein neuer Lieblingslippenstift vorgestellt wird? Auch wenn Influencer nicht mehr wegzudenken sind und sogar in den nächsten Jahren noch mehr Einfluss bekommen, wäre doch zu wünschen: mehr Authentizität statt Vermarktung.

Mittlerweile zeichnet sich schon ein Gegentrend ab. Die Influencerin Louisa Dellert zum Beispiel entspricht nicht dem Klischee. Der Schwerpunkt liegt nicht auf kommerzielle Vermarktung und der Schein nach Perfektion.Und trotzdem folgen ihr mehrere Tausende.Sie überzeugt durch Natürlichkeit, Ehrlichkeit und Authentizität. Und das ist auch gut so.