Sommer, Sonne…Museum?! Die 5 interessantesten Ausstellungen im Sommer 2018 in Berlin

Man könnte sagen, dass es in Berlin einen wahren Kultur-Overload gibt. Zu jeder Jahreszeit finden die unterschiedlichsten Ausstellungen, Konzerte und Events statt. Umso schwieriger fällt es deshalb oft, bei der ganzen kulturellen Auswahl den Überblick zu behalten. Neben Schwimmbadbesuchen, Bier an der Spree und Berghain-Orgien bieten verschiedenste Ausstellungen ein unterhaltsames Programm für Regentage im Sommer Berlins, die man sinnvoll mit Kultur ausfüllen kann. Um schneller eine Auswahl treffen zu können, hier 5 Tipps zu bevorstehenden Kunstausstellungen in der Hauptstadt.

Irving Penn. Centennial–Der Jahrhundertfotograf im C/O-Berlin

 Er zählt zu den einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Der US-amerikanische Künstler Irving Penn (1917-2009) prägte neben Helmut Newton und Peter Lindbergh die Mode und Fotografie Szene ie kein anderer. Von Pablo Picasso bis Marlene Dittrich verstand er die hohe Kunst des Portraitierens verschiedenster Persönlichkeiten und konzentrierte sich bei jedem Foto darauf, den einzelnen Menschen so persönlich und nahbar wie möglich zu zeigen.

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Irving Penn schaffte in der Nachkriegszeit seinen großen Durchbruch. Nachdem er genug von der Arbeit als Assistent für den Kreativdirektor Alexey Brodowitsch bei dem Modemagazin Harpers Bazaar hatte, entschloss sich der gelernte Grafikdesigner, gemeinsam mit seiner Frau nach Mexiko auszuwandern. Auf dem Zukunftsplan der beiden stand von nun an: malen, malen, malen. Die Malereien des Amerikaners sind jedoch nicht verbreitet worden, da er sie vor der Rückkehr nach New York aus persönlichen Gründen alle zerstörte. Nur ein paar Fotos brachte er aus Mexiko mit in die Großstadt – der Beginn einer großen Karriere. Sein Talent brachten ihm 6 Jahrzehnte Erfolg, während er Modestrecken für die Vogue sowie unzählige Porträts fotografierte, bei denen er die verschiedensten Persönlichkeiten immer vor eine mit Siena patinierte Leinwand stellte. In seinen letzten Jahren spezialisierte er sich auf das Fotografieren von exquisiten Stillleben. Seine künstlerischen Arbeiten zeichnen sich vor allem durch seine Feinfühligkeit und Präzision aus. So fotografierte er aufregende Körpersilhouetten vor stillen Hintergründen, verwendete gerade Linien und Formen und vermittelte in jedem Bild eine hohe Ästhetik und Sinnlichkeit. Irving Penns Fotografien zeichnen sich durch makellose Perfektion aus und der Betrachter spürt, wie gefühlvoll und detailliert der Fotograf gearbeitet hat.

Seine berühmtesten Werke sind bis zum 1. Juli 2018 zu sehen.

Bild: Irving Penn „Mouth“ (Für L’Oreal Paris) in der C/O Galerie Foto: Charlotte Tönnies

Between Art&Fashion–Fotografien aus der Sammlung von Carla Sozzani im Museum für Fotografie

Das Museum für Fotografie in Berlin ist für seine Ausstellungen internationaler Fotografen bekannt. Das neuste Projekt zeigt eine Sammlung der ehemaligen Chefredakteurin von der italienischen Vogue und Elle, Carla Sozzani. Über Jahrzehnte sammelte diese Fotografien verschiedenster, renommierter Künstler, die sie seit 1990 in ihrer Mailänder Galerie ausstellt. Von Helmut Newton bis David Lachapelle umfasst Sozzanis Sammlung heute nahezu 1000 Werke, die sie in Form von verschiedenen Ausstellungen international präsentiert. Das Museum für Fotografie hat nun die Ehre, die Sammlung Between Art&Fashion erstmals in Deutschland zu präsentieren. Insgesamt werden über 200 Fotografien von international bekannten Künstlern gezeigt. Ob Porträts, Modefotografien oder Stillleben, bietet die Sammlung einen abwechslungsreichen Inhalt. Für Kunstinteressenten, Fotografen und alle, die es mal werden wollen, ein absolutes Muss!

Die Sammlung ist noch bis zum 18. November zu sehen.

Kunstvolle Porträts der Stadt–die Ausstellung Made in Berlin in der Camera Work Gallery

Mehr als 20 Künstler präsentieren in über 100 Fotografien die aktuelle Zeitgeschichte des bunten Berlins. Ob die ausgeprägte Architektur der diversen Stadtbezirke, berühmte Persönlichkeiten, die das Stadtbild beeinflusst haben oder die Berliner Subkulturen – das Leben in Berlin wird über die Fotos repräsentiert. Von berühmten Fotografen wie Ellen von Unwerth und David Lachapelle bis zu weniger bekannten Künstlern präsentiert die Galerie eine beeindruckende Diversität an Künstlern, deren Fotografien verschiedene Techniken aufzeigen und persönliche Ansichten über Berlin ausdrücken.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. August 2018.

Foto: Leon Bublitz via Unsplash

Abfallprodukte der Liebe in der Akademie der Künste

Der Name verspricht nicht unbedingt Romantisches, jedoch lohnt es sich, der Ausstellung eine Chance zu geben. Gewidmet wird die Ausstellung der Kamerafrau und Regisseurin Elfi Mikesch, dem Filmemacher und Aktivisten Rosa von Praunheim und Werner Schroeter, der als Regisseur für Theater und Film gearbeitet hat. Eine lange, intensive Freundschaft verbindet die 3 Kunstschaffenden und führt dazu, sie für diese Ausstellung erneut zu vereinen. Der ernüchternde Titel Abfallprodukt der Liebe ist zurückzuführen auf Schroeters Filmwerk Poussiéres d’amour aus dem Jahr 1996. Dabei geht es um das Entstehen und die Vergänglichkeit der Kunst. Außerdem ist der Film eine bedeutende Hommage an die Oper.

Die Ausstellung umfasst die großen Werke der drei Freunde, die durch Kunstinstallationen, Fotografien, Zeichnungen und Klanginstallationen repräsentiert werden. Eine entscheidende Schnittstelle ist deren Beziehungen untereinander, die während der Ausstellung ebenfalls aufgegriffen wird. Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart werden die Werke der Künstler ausgestellt und verbinden somit Historie mit Aktualität.

Die Ausstellung ist noch bis um 12. August zu sehen.

We don’t need another hero–die 10. Berlin Biennale

Für alle, die sich nicht unter einzelnen Ausstellungen entscheiden können, findet in diesem Sommer zum 10. Mal die Biennale in Berlin statt. Die dazugehörigen Ausstellungen verteilen sich in der ganzen Stadt und schaffen einen Überblick über die heutige zeitgenössische Kunst. Unter dem Motto We don’t need another hero greift die diesjährige Biennale das Thema der anhaltenden Sorgen und Ängste in unserer heutigen Zeit auf – oftmals hervorgerufen durch politische Veränderungen und neue, besorgniserregende Systeme. Unter der Leitung von Kuratorin Gabi Ngcobo finden während der Biennale Podiumsdiskussionen und Dialoge mit Künstlern, Ausstellungen in verschiedenen Galerien und Veranstaltungsorten statt. In zahlreichen Locations wie privaten Galerien, dem KW Institute for Contemporary Art und der Akademie der Künste stellen internationale Künstler ihre Werke und Projekte zum aktuellen Thema der Biennale vor.

Die Biennale findet in diesem Jahr vom 9. Juni bis zum 9. September statt.