Tampons- sauber, diskret, gefährlich? Der meist genutzte Hygieneartikel der Frauen kann schwere Krankheiten auslösen. Alternativen wie Menstruationstassen und Schwämmchen erobern den Markt. Aber sind diese Produkte wirklich verlässlich?


In Deutschland benutzen rund 19 Millionen Frauen Tampons während ihrer Menstruation. Doch so praktisch der Tampon auch ist, macht er sich in den letzten Jahren durch die „Tamponkrankheit“ einen schlechten Namen. Spätestens seitdem das US-amerikanische Model Lauren Wasser durch das sogenannte Schocksyndrom (TTS) seine Beine verloren und einen großen Tampon Hersteller verklagt hat, ist die Krankheit, in aller Munde. Die Ursachen des Schocksyndroms sind auf den Tampon zurückzuführen, der, wenn er zu lange in der Scheide liegt, Vermehrungen von toxischen Keimen begünstigen kann, die dann in Folge zu Fieber, Muskelschmerzen, Blutdruckabfall oder Übelkeit führen können.

Und trotz der manchmal tödlichen Folgen gilt der 1931 erfundene Wattebausch immer noch als das beliebteste Produkt während der Menstruation. Frauen kaufen in ihrem Leben im Schnitt Tausende von Tampons die nach der Benutzung im Müll landen und geben in ihrem Leben rund 16.000 Euro für Hygieneartikel aus. Mit den zahlreichen Alternativen, die es mittlerweile auf dem Markt gibt, ist Frau schon längst nicht mehr nur auf den Tampon angewiesen. Das kann sich positiv auf die Umwelt, die Gesundheit und auf den Geldbeutel auswirken.

Die Menstruationstasse


Die Menstruationstasse ist eine wiederverwendbare Tasse aus medizinischem Silikon, die das Regelblut auffängt. Die durchsichtige, glockenförmige Tasse kann laut Herstellern bis zu 12 Stunden getragen werden und wird nach der Benutzung mit heißem Wasser ausgespült. Sie kommt in unterschiedlichen Größen und wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Laut Dr. Maren Goeckja, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Dresden, scheint die Menstruationstasse weniger Rückstände in der Scheide zu hinterlassen als Tampons. Auch das Infektionsrisiko ist geringer, da die Scheidenhaut nicht so stark gereizt wird. Ein weiterer Vorteil ist die Ergiebigkeit der Tasse, bei guter Pflege kann sie bis zu zehn Jahre benutzt werden.

Softtampons

Herkömmliche Tampons sind sauber, diskret und fast unsichtbar­ – wäre da nur nicht das Bändchen. Der Softtampon kommt ganz ohne Bändchen aus und ist zusätzlich für Allergiker geeignet. Der Tampon besteht aus einem weichem, flexiblem Schwamm und ist somit für Frauen geeignet die gegen Baumwolle oder Zellulose allergisch sind. Das runde Schwämmchen soll je nach Stärke der Blutung bis zu acht Stunden Sicherheit bieten und hat statt einem Bändchen eine Lasche, mit der es aus dem Körper entfernt wird. Vorteile des Softtampons sind neben dem sorglosen Tragen des Tampons ohne darauf achten zu müssen, wo das Bändchen sitzt, die Benutzung während des Sex. Das Schwämmchen lässt sich nämlich während des Sex tragen und ermöglicht somit trotz der Regelblutung problem-und fleckenloses Vergnügen. Einziger Nachteil: Der Softtampon ist nur einmal verwendbar und somit recht teuer.

Stoffbinden

Lange Zeit vor dem Tampon galten Stoffbinden als das Standardprodukt. Jetzt erleben sie ihr Comeback. Bei den Stoffbinden handelt es sich um selbstgenähte Binden aus Bio-Baumwolle, die einen saugfähigen Kern haben, der auswechselbar ist. Man kann sie nach dem Benutzen ganz normal Waschen und wiederverwenden. Bei der richtigen Pflege und Aufbewahrung sind sie lange haltbar und somit kostengünstiger als Tampons oder Schwämmchen. Außerdem kann man sie sehr leicht selbst herstellen und sie nach seinem eigenen Geschmack gestalten.

Periodenhosen

Die Periodenhose ist eine Unterhose mit eingebauter Slipeinlage. Der Schritt ist mit einem absorbierenden Stoff verstärkt und kann Flüssigkeit von bis zu zwei Tampons aufsaugen. Die Hosen sind waschbar und kommen in unterschiedlichen Stilen wie String, Hipster, Slips etc.


Fotos: Kim Ruda