Urban Jazz aus Manchester Newcomerin Iamddb im Porträt

 

Newcomerin Iamddb überzeugt nicht nur durch ihren Charakter und modischen Stil, sondern leitet noch ihre eigene Musikrichtung „Urban Jazz“ ein.

 

„It’s Mermaid Season“, mit diesen Worten leitet Künstlerin Iamddb ihren Song „Shade“ ein. In orangener XXL-Daunenenjacke und blauem Vintage-Badeanzug läuft die 22-Jährige durch den Supermarkt und rappt ihre Hook „Bad Bitch no underwear“. Ihre zwei langen Zöpfe reichen bis zum Po und ihre Füße schmücken lediglich rote Badelatschen. „Ich liebe lange Braids, damit fühle ich mich wie eine Meerjungfrau“, sagt die Künstlerin in einem Interview auf Youtube. Aus einer spontanen Idee, Musik zu machen, wurde für Iamddb etwas ganz Großes.

Nicht nur ihr modischer Stil, sondern auch ihr alternativer Sound machen Diane Debrito, wie sie mit bürgerlichen Namen heißt, zu einer außergewöhnlichen Newcomerin. Seit einem Jahr ist die Songwriterin und Produzentin mit portugiesischen und angolanischen Wurzeln in den Medien vertreten. Ihre Musik beschreibt sie selbst als Urban Jazz mit Neo Soul Vibe. Es ist eine Mischung aus knackigen Trap Beats, geisterhaftem Soul-Gesang und zarten aber dröhnenden Bässen.Damit vertritt Künstlerin Iamddb ein weites Spektrum an Genres, was ihren Stil so besonders macht. In ihrer ersten EP Vibe, Vol. 2singt sie über Träume, Fantasien und Erinnerungen, bleibt dabei trotzdem ehrlich und realistisch. Durch die Musik kann sich Diane ausdrücken, lernte sich selbst kennen und verliebte sich in die Musik.

Dianes Findungsreise begann vor zwei Jahren als sie ihr Jurastudium hinschmiss. Früher war die Newcomerin unsicher, machte sich ständig Gedanken, was andere über sie sagen. Die Musik gab ihr Vertrauen und die Chance, sich auszuleben. „Ich versuche so viel zu machen, wie ich kann, möchte viele neue Menschen und Orte kennenlernen. Allerdings glaube ich, dass wir alle diesen Drang haben“, sagte sie in einem Intro-Interview. Trotz der Liebe zum Rampenlicht ist die freche Britin am liebsten von vertrauten Personen umgeben. Ihre guten Freundinnen begleiten sie fast immer auf ihren Konzerttouren und kümmern sich gleichzeitig ums Booking und Styling. Schon von ihrer Mutter lernt Diane wie wichtig es ist, solidarisch unter Frauen zu sein. „Feminismus war und ist mir immer wichtig. Ich möchte das Thema vorantreiben“, erklärt Iamddb.

Nichts fließt für die Künstlerin leichter als die Musik. So kündigte sie ihren Gelegenheitsjob und folgte ihren Wurzeln bis nach Angola. Dort setzte sie sich für sechs Monate intensiv mit dem Musikproduzieren auseinander. Ihr Vater Manuel de Brito, ein bekannter Saxophonist, war ihr dabei eine große Hilfe. Zurück in ihrer Wahlheimat Manchester produzierte sie unter anderem mit Musiker Flying Lotus und Djane INKA ihre ersten Songs. „Jeder Track war ein Experiment, ich dachte, wieso nicht ein Projekt daraus machen“, sagt die Künstlerin in der Doku „48 hours with Iamddb“ von TheApeNinja schmunzelnd. Unter dem Namen „Iamddb“ leitete Diane das Projekt und ihre erste EP Vibe, Vol. 2 im September 2017 ein.

Ihr Video auf der „Colors Show“ auf Youtube, einer Berliner Musikplattform, die vielfältige und außergewöhnliche Talente aus der ganzen Welt präsentiert, verschaffte ihr den Durchbruch. Mit mehr als 3 Millionen Klicks wurde Iamddb ins Rampenlicht katapultiert. So tourte sie 2017 durch Europa und mischte kleine Clubs und Festivals auf. An Bühnenerfahrung mangelt es ihr nicht, sie trat bereits vor dem angolanischen Präsidenten João Lourenço auf einem Jazzfestival auf. Ihre Inspiration für ihre Musik holt sie sie sich hauptsächlich von Jazzmusikern wie Jimmy Dludu und Lianne La Hava.

Doch Diane ist nicht nur wegen ihrer Musik in den Medien präsent. Mit ihrem sportlich modernen Style mit Oldschool-HipHop-Vibes fiel sie Designer Tommy Hilfiger auf. In seiner Frühlingskampagne Tommy Hilfiger Jeans 2018 repräsentierte Iamddb im neongelben Logoshirt und Washed Jeans das Label. Genauso wie die Kampagne steht ihr Stil für Individualität und Vielfalt. Auch bei den Brit Awards zog sie alle Blicke auf sich. In einem rot-schwarzen Hauch von nicht, was einem Negligé ähnelt, erschien sie auf dem roten Teppich. Eine Vintage-Brille mit roten Gläsern gab dem Outfit den ikonischen „Iamddb“-Look. Egal was die Medien darüber berichteten, ihre Fans stehen zu Diane. Nach dem Motto: „All these haters out tryna take what’s mine“.

Eines legt sie ihren Fans ans Herz: „Ich bin stolz auf meine Musik-Szene in unserem Land. Aber ich sehe zu wenig Leute, die neue Richtungen für sich ausprobieren. Gerade junge Künstler sollen zu sich selbst stehen und musikalisch Neues probieren.“ Diane selbst hat große Pläne: Ihre nächsten Alben Vol. 4und Vol. 5 sind bereits in Produktion. Ganz nach ihrer Art: „Iamddb of cause“.